Mauersegler suchen sich kleine Nischen in Gebäuden. Sie verbringen nur drei Monate des Sommers bei uns im Norden. Da sie sehr standorttreu sind, sollten Nischen und Zugänge zu Dachböden auf jeden Fall erhalten bleiben. Wenn dies nicht möglich ist, können alternativ Nistkästen außen an den Fassaden angebracht werden - gern auch möglichst viele nebeneinander, denn Mauersegler sind sehr gesellige Tiere!
Neben einem aktuell laufenden Schutzprojekt zum Mauersegler konnte die Oldenburger NABU-Stadtgruppe ein weiteres Projekt für den geschützten Gebäudebrüter initiieren. Vor allem im Ziegelhofviertel traten begeisterte Anwohner auf den NABU zu, um sich in ihren Straßen für den Gebäudebrüterschutz einzusetzen. Die Stadt Oldenburg übernahm für dieses engagierte Vorhaben die Kosten der Kästen und der Arbeitsbühne zur Anbringung in luftiger Höhe.
Im Rahmen unseres Projektes wurden an mehreren Gebäuden im Oldenburger Land Mauerseglerkästen durch Projektleiterin Silke Kreusel selbst montiert. Dies waren Orte, an denen man nur mit einem Steiger in die nötige Höhe kommen konnte, um die Kästen anzubauen.
Auf dem Foto sieht man drei neue Nistgelegenheiten an der Oberschule in Harpstedt. Weitere Kästen warten auch in Jever und Westerstede auf die erste Brut im kommenden Jahr. Im November werden weitere Kästen in Cloppenburg montiert.
Gebäudebrüter?! Gebäudebrüter sind meist ehemalige Felsenbewohner, die das Haus oder andere Bauten als alternativen Brutplatz nutzen. Zu ihnen gehören Mauersegler, Fledermäuse, Schwalben, Schleiereulen und Turmfalken - aber auch mancher Singvogel wie beispielsweise Haussperling und Hausrotschwanz und viele Insektenarten nutzen Gebäude gern als Brutraum.
Immer mehr Häuser werden renoviert und - vollkommen sinnvoll! - energetisch saniert. Dabei werden immer mehr Zugänge verdichtet und es wird für Gebäudebrüter immer schwieriger geeignete Brutplätze zu finden. Aber es gibt Alternativen...
Fledermäuse: Einschlüpfe unter Dachziegel werden gern von Fledermäusen genutzt - dahinter finden sich oft perfekt geschützte Schlafquartiere zwischen den Dachbalken.
Flache Fledermauskästen dienen als Ersatz, wenn solche Zugänge ins Dach verschlossen werden. Diese Kästen können einfach selbst gebaut werden oder sind in unserer Geschäftsstelle erhältlich. Weitere Infos zu Fledermäusen...
Schwalben: Während Rauchschwalben ihre Nester meist im Innenraum von Stallgebäuden anbringen, wählen die Mehlschwalben eher Außenwände als Bauplatz. In beiden Fällen werden die Nester in langwieriger Kleinarbeit aus im Schnabel herangebrachten Schlammklümpchen aufgebaut. Neben den dafür nötigen feuchten, gerne lehmigen Pfützen brauchen die Schwalben zur Aufzucht ihrer Jungen unzählige Insekten, die die flinken Flieger direkt aus der Luft fangen.
Wenn moderne Fassadenputze dazu führen, dass die Schwalbennester immer wieder abfallen, dann können künstliche Nistmulden angebracht werden - die Schwalben müssen dann nur noch die Feinarbeit übernehmen.
Singvögel: Angefangen haben wohl die meisten mit dem Klassiker schlechthin - dem Meisenkasten. Er sollte eigentlich in keinem Garten fehlen, aber auch an Hauswänden macht er sich sehr gut!
Meisen, Spatzen, Rotkehlchen und etliche andere Singvögel rücken dem Menschen oft sehr nah, indem sie seine Gärten als Lebensraum und Nahrungsquelle, seine Häuser, Schuppen, Garagen und andere Gebäude als Brutraum nutzen. Hier finden sich oftmals rein strukturell schon geeignete Nischen und Verstecke - aber mit der Anbringung von Nisthilfen kann man das Potential als Brutraum natürlich vervielfachen - und der Meisenkasten ist nur der Anfang der Möglichkeiten...
Eine große Auswahl an Misthilfen sowie eine ausführliche Bauplansammlung zum Selberbauen finden sie immer in unserer Geschäftsstelle.
Insekten: Oft übersehen, manchmal als störend empfunden, aber immer nützlich! Viele Insekten nutzen kleinere Strukturen an Häusern und Nebengebäuden zur Anlage eines Nestes oder zur Ablage von einzelnen Eiern.
Staatenbildend und somit auch mit wehrhaften Stacheln versehen sind nur die beiden bei uns häufigen Wespenarten, die eher seltenen Hornissen und die verschiedenen Hummelarten (Honigbienen als Zuchtform zählen wir hier nicht dazu). Sie können in Mauernischen, unter Dachziegeln und in Zwischenräumen ihre Nester bauen - die immer nur für einen Sommer bestehen und nicht wieder bezogen werden. Auch leer stehende Nistkästen können Wespen oder Hummeln für einen Sommer Quartier bieten.
Alle anderen Arten, die man vereinfacht unter "Wildbienen" zusammenfassen kann, leben solitär - das bedeutet, die Weibchen verteilen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in geeigneten Spalten, Hohlräumen oder Ritzen; zur Stärkung gibt es ein kleines Futterdepot aus Pollen und das muss genügen! Die Larven entwickeln sich vollkommen selbständig, das Weibchen betreibt keinerlei Brutpflege und diese Arten haben alle auch überhaupt keinen Wehrstachel, da sie ja kein Volk zu verteidigen haben - absolut friedfertige Untermieter also, die man oftmals kaum bemerkt. Weitere Infos zu Insekten und geeigneten Nisthilfen finden sich hier...
Greifvögel:
Auch Greifvögel wie etwa Schleiereulen oder Turmfalken können im Siedlungsraum an passenden Gebäuden angesiedelt werden. Diese Arten stehen aber nicht im Fokus unseres Projektes, denn zu Eulen und Falken haben wir eigene Arbeitsgruppen.
Bestellung:
Der Projektflyer wird demnächst kostenfrei über unsere NABU-Geschäftsstelle in Oldenburg bestellt werden können.
Den 'Baufamilien-Ratgeber' erhalten Sie für 1,- Euro plus Versandkosten beim NABU Mecklenburg-Vorpommern
Wir danken für die Förderung dieses Projektes durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung!